Wiesntagebuch 2011

17. Tag - 03.10.2011 Schluss, Ende, aus!
 

Die Wiesn ist vorbei (heul, schnüff)! Siebzehn Tage Hippodrom sind für uns gestern zu Ende gegangen. 
Es war mal wieder eine geniale Zeit voller schöner Momente, tollen Konzertabenden, vielen netten Gästen und Freunden die uns besucht haben, Promis die mit uns auf der Bühne gesungen oder dirigiert haben, Heiratsanträgen oder feierwütigen Russen, denen wir ein "Kalinka"-Ständchen zum Besten gegeben haben.

Was wirklich nochmal betont werden muss, ist das sensationelle Wetter, das uns während der Wiesn begleitet hat. Besser kann eine Wiesn aus meteorologischer Sicht nicht sein! Danke Petrus, Du bist ein echter Hund!

Auch unserem Wirt Sepp Krätz hat die Wiesn offensichtlich großen Spaß gemacht, denn er liess es sich gestern nicht nehmen, auf unserer Bühne per Mikrofon allen persönlich allen zu danken.
Und so geht eine fantastische Wiesn zu Ende und wir freuen uns schon wieder auf das nächste Jahr, wenn es wieder heisst: "O'zapft is"!


Das war's dann auch erst mal wieder mit unserem Wiesntagebuch! Pfiad eich, gute Erholung von der Wiesn und von unserem Tagebuch wünschen Anderl und Mark! :-)) 

16. Tag - 02.10.2011 Damit ihr mal sehen könnt was es im Hippodrom zu ESSEN und zu TRINKEN gibt!
 
Brotzeiten:
Gesalzener Münchner Bier-Radi / Bayerischer Wurstsalat / Der beliebte Obatzde / ANDECHSER NATURKäsebrettl / Brotzeitbrettl König Ludwig / Pikant angemachtes Rindertatar / Carpaccio vom bayerischem Weiderind
Suppen:
Würzige Kartoffelsuppe mit Véronique Witzigmanns / Bayerischer Leberknödel
Würstl:
2 Stück Original Münchner Weißwürst nach dem meisterlichen Rezept von Sepp Krätz / 6 Stück Andechser Klosterseufzer / Die Originalen von Uli Hoeneß! 6 Nürnberger Rostbratwürstl
Vegetarisches:
Große Ofenkartoffel / Andechser Bergkäsespätzle
Zur Wiesn-Maß:
Houdek’s Salami Minis
Mittagszeit im Hippodrom:
1⁄2 Bayerisches Wiesn-Grillhendl nach Alfons Schuhbeck / 3 Kälberne Fleischpflanzerl nach Eckart Witzigmann / Saftiges Spanferkel frisch aus dem Rohr
Die Wiesn-Klassiker:
Saftiger Schweinsbratenvom Hofgut Schwaige / 3 Kälberne Fleischpflanzerl / Ein ganzes Spanferkelhaxerl, knusprig aus dem Rohr / Saftiges Spanferkel, frisch aus dem Rohr / Zarter Tafelspitz vom bayerischen Weiderind / Wirts-Pfandl / Halbe Ente
Die Hippodrom-Schmankerl:
Kaiser – Wiener Schnitzel vom Kalb / Bayerisches 220 g Rinderlendensteak / 4 Riesengarnelen im Pfanderl mit vielen Kräutern / Der High-End Fleischgenuss!180g Steak vom Wagyu-Roastbeef
Duftend und wohlschmeckend:
Tchibo Kaffee / Tchibo Riesen-Cappuccino / Heiße Schokolademit Schlagrahm 
Biere:
Maß Wiesn-Bier Spatenbräu / Maß Radler Spatenbräu / Alkoholfreies Schankbier Löwenbräu / Franziskaner-Hefeweißbier
Alkoholfreies:
Münchner Tafelwasser / Libella Zitronenlimonade / Apfelsaftschorle / Schwipp-Schwapp Spezi / Pepsi-Cola / Mirinda / Mineralwasser / Stilles Mineralwasser / Mineralwasser
Weine:
2010 Würzburger Stein / 2010 I Frati Lugana D.O.C. / 2001 Baron de Ley Gran ReservaD.O.C., Rioja, Vina Imas, Spanien / 1998 Magnum / Prosecco Casa Gancia / 2010 Grüner Veltliner / Spritzige Weißweinschorle mit2010 Grüner Veltliner / Aperol1Sprizz / HUGO 
Schnaps:
Trausner’s ReserveZwetschke von 100jährigen Bäumen / Der echte niederbayerische Obstbrand / Kloster-Kräuter vom Heiligen Berg / Fruchtiger Erdbeer Limes / Rochelt Wachauer Marille / Williamsbirnen-Qualitätsbrand / Ziegler KVLT 
Champagner:
Moët & Chandon Imperial, Brut / Magnum / Jeroboam / Moët & Chandon Brut Rosé / Magnum Moet Rosè / Moët & Chandon Nectar Imperialmit Eiswürfel im Maßkrug / Moët & Chandon Nectar Imperialmit Eiswürfel im Maßkrug / 2002 Don Perignon / 2002 Magnum / 2002 Don Perignon Rosè / R de Ruinart Brut / Ruinart Brut Rosé / 1998 Krug Vintage / Taittinger Brut Reserve / Taittinger Prestige Rosé / Laurent-Perrier Brut / Laurent-Perrier Rosé Brut / Perrier-Jouët Brut / Perrier-Jouët Blason Brut Rosé / J.M. Gobillard & FilsBrut Tradition / J.M. Gobillard & FilsBrut Rosé / BollingerSpecial Cuvée, Brut / Bollinger Rosé / 2004 Roederer CristalBrut / Pol RogerBrut Réserve „White Foil“ / 1999 Sir Winston Churchill 

 

....na dann Prost und Mahlzeit....!

15. Tag - 01.10.11 Handysucht bei der MZ!
 
Hier seht ihr ein typisches Bild einer Bandpause. Jeder muss wild in seinem handy herumstöbern, sms und emails checken. Manche spielen auch eine Runde Skat, Poker oder machen Bilder mit irgendwelchen Wiesnbesuchern.
Wie ging das früher eigentlich, als es noch keine handys gab? Kaum vorzustellen!
Für die Band sind die handys jedenfalls lebensnotwendig. Jedesmal wenn wir ins Ausland fahren und das Internet oder Telefonieren nur noch über teures Roaming möglich ist, gibt es betretene Gesichter im Bus und man ist dann gezwungen, sich auch mal wieder MITEINANDER zu unterhalten.
Für unsere O2-user in der Band, Mark und Hasi, ist es auch auf der Wiesn manchmal schwierig. Ihr Tarif ist zwar supergünstig, doch das immer noch schlecht ausgebaute O2-Netz ist während der Wiesn oftmals überlastet und die zwei drücken wie blöde auf ihrem Gerät herum in der Hoffnung dass da irgendwann mal ein Netz da ist...
Auch die Stromversorgung auf der Bühne musste dringend aufgerüstet werden. Und so steht jetzt vor dem Hippodrom ein extra Diesel-Aggregat, welches die ganzen Handy-, Ipad, Laptop-, Mp3-Player-, DVB-T-Player- und Navi-Ladegeräte der Band versorgt...

 

14. Tag - 30.09.2011 Das heilige Hippodrom-Eintrittsbändchen!
 
Rohstoffe wie Öl, Kupfer, oder Gold sind in den letzten Jahren enorm im Wert gestiegen und das Jammern über den Benzinpreis ist ja im Grunde schon chronisch. Doch das ist alles nichts im Vergleich zu den kostbaren Hippodrom-Eintrittbändchen!
Mit solch einem Bändchen gehört einem (fast) die ganze Welt, denn man erhält uneingeschränkten Zutritt ins Hippodrom. Tagtäglich bilden sich vor dem Zelt große Menschenschlangen, Besucher aus aller Welt träumen davon, auch einmal in das wunderbare Hippodrom-Zelt hineinzukommen, doch nur einigen wenigen eröffnet sich diese Gelegenheit.
Das Hippodrom könnte auch doppelt so groß sein, es wäre wohl immer noch proppenvoll, so sehr scheint es nun mal beliebt zu sein.
Reservieren sollte man immer schon spätestens im April eines Jahres über das Hippodrom-Reservierungsbüro, sonst sind gleich alle Tische (und somit auch Bändchen) vergeben.  
Wie wertvoll solch ein Bändchen ist, zeigt sich bereits schon in der Fertigung: die Bändchen werden in feinster Handarbeit in einer Papierfabrik in Taiwan gefertigt und einzeln per Brieftaube nach Deutschland gebracht!
Wer die Populärste Oktoberfest-Band der Welt live erleben will, benötigt nun mal auch das beste Oktoberfest-Band der Welt dazu!! So, nach diesem Wortspiel-Knaller ist es erst mal höchste Zeit für eine frische Mass... 

 

13. Tag - 30.09.2011 Lippenalarm bei der MZ!
 
Dreizehn Tage Wiesn zehren an den Kräften... und nicht nur Anderl und Mark (bzw. Ark und Manderl) haben ja wie ihr wisst, schon Veränderungen feststellen können. Nein, nun hat es die komplette Band erwischt, huiuiui!
Eine seltene Erkrankung namens "Lippo Hippodrose" (zu deutsch: Pferdelippengrippe) hat auf die armen Bandmitglieder übergegriffen. Diese Krankheit tritt vor allem bei übermässigem und längerem, mindestens zweiwöchigem Genuss von Bier, Brezn und Brotzeitplatten auf.
Doch witzigerweise hat jeder von uns eine eigene Unterform der "Lippo Hippodrose" bekommen.
Anderl (1) leidet nun an der sogenannten "Negerlippe", eine starke Verdickung vder Ober- und Unterlippe - man kann ihn nur noch undeutlich verstehen und ein Gast sprach ihn gestern bereits fälschlicherweise als "Herr Blanco" an.
Gerry (2) ist an der "Rechtsseitigen Schieflippe" erkrankt, diese besonders bei Österreicherin häufig auftretende Erkrankung führt zu einer Verschiebung des Mundes zur Seite hin, im Extremfall hinter bis zum Ohr ("Lippo Ohrientalis").
Heinzi (3) leidet an der "Spitzlippe vulgaris", seine Mundform läuft sehr spitz zu. So spitz, dass er mit seinen Lippen fast in die ganze Trompete hineinkommt, was er nach eigenen Angaben sehr praktisch findet, da er jetzt die Trompete nicht mehr halten muss und das Ding an seinem Mund festklebt.
Mark (4) ist an der "Gemeinen Drehlippe" erkrankt. Die Lippenform dreht sich um bis zu 180Grad (auch "Handstandlippe" genannt). Bei der Aussprache kann es ihm nun manchmal passieren, dass er Worte andersherum ausspricht. Sollte dass passieren, hält er sich einfach einen Spiegel vor den Mund, dann stimmt das Wort wieder.
Unser armer Hasi (5) hat die "Sägezahnlippe" erwischt. Von Sprechen kann bei ihm nicht mehr die Rede sein. Hasi hat auch mal versucht, das Ganze mit Labello-Stift zu behandeln, aber die sind alle gleich abgebrochen. Der arme Hund!
Am krassesten hat es aber wohl Wolfi (6) erwischt. Er leidet unter der "Unterlippen Tellerlippe". Seine untere Lippe ist wirklich so groß wie die ein Teller geworden. Für uns anderen ist dies aber äusserst praktisch: Wolfi bringt ab jetzt immer die Brotzeitplatte auf die Bühne, denn er kann sie problemlos auf seine Lippe stellen und bequem nach oben tragen.
Mahlzeit und Prost sagen Eure Spezis Anderl und Mark! :-)
 
12. Tag - 28.09.2011 Ex-Mönch Heinzi als täglicher Segensspender!
So eine Wiesn mit ihren siebzehn langen Tagen besteht aus vielen Höhen und Tiefen. Und manchmal tut etwas seelischer Beistand Not. 
Da passt es prima, dass unser Heinzi früher mal Mönch war. Er wohnte eine zeitlang in Tibet, denn dort konnte er zum ersten Mal in seinem Leben ungestört Trompete spielen, ohne dass sich jemand beschwerte oder Tomaten schmiss (auch wenn die dort einsetztende Gletscherschmelze ebenfalls als Zeichen des Protests der Berge gewertet werden könnte...aber das ist eine andere Geschichte).
Wie dem auch sei, unser Heinzi gibt uns jeden Tag seinen Segen, hält die Hand über uns und sorgt so dafür dass Anderl's Akkordeon nicht von bösen Wiesngeistern heimgesucht wird oder ein gefrässiger Holzwurm Mark's Trommeln zerfrisst und sich in seinem Stand-Tom eine Wohnung einrichtet!
Den tollen Priester-Schal hat Heinzi übrigens geschenkt bekommen. Ein Abgesandter des Vatikans war kürzlich mal im Hippodrom und war von Heinzi's Trompeteneinlage bei "Amazing Grace" derart zu Tränen gerührt, dass er ihm den Schal kurzerhand vermachte.

Und so freuen wir uns schon auf den heutigen Wiesn-Gottesdienst mit Pfarrer Heinzi und Flo an der Orgel!

11. Tag - 27.09.2011 Das Prosit der Gemütlichkeit!
 
Bei der Frage nach dem Wiesnhit schlägt eine Melodie schon immer alles Dagewesene: Das „Prosit der Gemütlichkeit“ ist seit Jahrzehnten nicht mehr wegzudenken aus sämtlichen Festzelten und ist für die Wirte gleichzeitig auch der größte Umsatzgarant.
Wir haben uns mal die Mühe gemacht, unsere alte Rechenmaschine angeschmissen und hochgerechnet, wie oft wir in 15 Jahren Wiesn die Hymne angestimmt haben:
Ca. 19x am Abend x 16 Tage x 15 Jahre ergibt die stolze Summe von 4560 Prosits!

Eine weitere Hochrechnung ist die Folgende: Nehmen wir mal ein Zelt mit 4,500 Besuchern. Bei einem Prosit trinken im Schnitt 3500 Menschen. Jeder trinkt beim Prosit durchschnittlich 0,15 Liter. Das ganze ergibt dann bei 3500 Menschen 525 Liter. Ergibt somit am Abend nur durch das Prosit 9975 Liter Bier…

Die nächste Hochrechnung wäre dann die Zeit: Ein Prosit dauert so ziemlich genau 20 Sekunden. Also spielen wir am Abend 6,33 Minuten lang das Prosit. Ergibt in 15 Jahren 1520 Minuten lang „Ein Prosit“! Achtung, holla die Waldfee: in 15 Jahren Wiesn spielten wir also schon 25,33 Stunden diese Hymne!!!

Komponiert wurde dieses Weltwerk allerdings nicht von einem Bayern sondern – hört hört – von einem Ossi! Der Chemnitzer Komponist Bernhard Dietrich hat es Ende des 19. Jahrhunderts verfasst, ohne dass es eigentlich speziell für die Wiesn gedacht worden wäre. Doch 1912 hat es auch beim Münchner Oktoberfest Einzug gehalten und ist seither nicht mehr von dort wegzudenken.

Zum Schluss noch was für die Musikerpolizei: Ein Prosit hat 8 Takte im 4/4 Takt, umfasst 1 Oktave an Tönen und hat insgesamt 23 fortlaufende Töne und 12 Wörter!

Na dann Prost!

10. Tag - 26.09.2011 Anderl und Mark - zwei die zusammenwachsen!
 
Man wird ja oft gefragt, ob man im Laufe so einer Wiesn irgendwelche Nebenwirkungen oder Veränderungen spürt. Eigentlich sind wir ja alteingesessene Vollprofis und stecken so ein Oktoberfest locker weg. Doch beim gestrigen Gang vor den Spiegel waren wir dann doch etwas geschockt!
Die Zusammenarbeit beim Wiesntagebuch scheint so gut zu funktionieren dass wir auch äusserlich immer mehr zusammenwachsen... Mark's Bart hat den Besitzer gewechselt und Anderl's große Negerlippen zieren jetzt Mark's Gesicht - einfach unglaublich!
Wir sind nun auch am überlegen, unsere Namen anzugleichen. Folgende Vorschläge stehen zur Auswahl:
Manderl, Mandi, Marderl, Mardreas, Mardi bzw. Ark, Anderk oder Andrark.
Vorschläge bitte mailen an: anderl@muenchnerzwietracht.de oder mark@muenchnerzwietracht.de
Besten Dank!
 
9. Tag - 25.09.2011 Die Bühnentür!
 
Kaum beachtet steht sie da, mitten im Hippodrom-Zelt, tausende Menschen träumen davon, einmal durch sie hindurch gehen zu können: unsere Bühnentür!

Meine Güte, was hat sie nicht alles schon erlebt! Seit fünfzehn Jahren nun gehen wir durch sie hinein und hinaus, tagtäglich. Unzählige Künstler, Promis und solche die es gerne wären haben diese Türe schon durchschritten, auch unsere tägliche Brotzeitplatte bahn sich jedesmal ihren Weg durch diesen Eingang, sensationell!
Wir haben mal nachgerechnet: Am Tag wird die Klinke von 6 Bandmitgliedern plus Flo betätigt. Es gibt vier Pausen (also rein und raus). Und dies an siebzehn Tagen!
Heisst also in fünzehn Jahren: 7x 8x 17x 15 = 14.280 mal alleine für's Getränke holen, wow! Dazu kommen wie gesagt Promis, Fotografen, Kamerateams, unser Wirt, die Linda, Dirigenten, Leute mit Heiratsanträgen und und und...

Die Türklinke der Türe ist aus echtem Platin und deswegen auch der Name: Die Platinische Tür! Wir haben seither eine echte platinische Liebe entwickelt zu diesem edlen und bedeutsamen Stück Holz! Und deswegen kümmern wir uns auch rührend um sie. Jedes Jahr wird nach der Wiesn die Tür abmontiert und findet einen Platz in einem riesigen Tresor in unserem Redaktionsbüro. Hier wird sie in eine Hippodrom-Tischdecke eingewickelt und eine Maß Bier daneben gestellt, denn Holz sollte ja nicht zu trocken gelagert werden. Ein bisserl Feuchtigkeit kann ja nie schaden. Insofern sind Vergleiche unserer Wiesntür mit einer Frau durchaus zulässig! Bevor wir jetzt aber Ärger bekommen mit der Gleichstellungsbeauftragten der Wiesn, beenden wir dieses heutige Tagebuch und laufen schon mal so langsam wieder Richtung Bühnentür...

 
8. Tag - 24.09.11

Das Wiesntagebuch – Begehrte Pflichtlektüre in aller Welt!

Vier Jahre ist es nun her, seit wir begonnen haben unsere täglichen Erlebnisse im Hippodrom in ein Wiesntagebuch zu schreiben. Was anfangs nur Anderl’s Oma und Mark’s Katze interessiert hat ist mittlerweile ein absoluter Millionenseller in aller Welt geworden. Wir wollen Euch heute daher mal zeigen, welche Bedeutung das Wiesntagebuch mittlerweile hat:

Die Medien kennen derzeit nur noch ein Thema: DAS WIESNTAGEBUCH! Das ZDF hat sogar kurzfristig eine Sondersendung anberaumt, und ein dreistündiges Interview mit uns auf der Hippodrom-Bühne geführt, wow!
Die tägliche Arbeit für unser Wiesntagebuch können wir natürlich schon lange nicht mehr alleine ausführen und haben daher ein achtköpfiges Redaktionsteam angestellt, welches im Dreischicht-System Interviews, Recherchen und Analysen auswertet, die dann in unser Tagebuch aufgenommen werden.
Das Tagebuch gibt es mittlerweile auch als Zeitung in aller Welt. Die Auflage ist mittlerweile bei ca. 8 Millionen. Wir mussten uns dafür extra eine große Druckerei mit riesigen Druckmaschinen kaufen. Denn wie ihr seht, wird unsere Zeitung sogar selbst im hintersten China mit größter Begeisterung gelesen und es bilden sich morgens riesige Schlangen vor den Zeitungs-Kiosken!

Wir freuen uns auf weitere Jahre Wiesntagebuch, die angepeilte Auflage nächstes Jahr: 50 Millionen – Prost!


7. Tag - 23.09.2011 Unser Gerry (Tschärri)
 

In der MZ-Familie hat es ja, wie ihr wisst, Anfang dieses Jahres Nachwuchs gegeben. Für unseren Gerry ist es heuer die erste Wiesn. Höchste Zeit also für ein Interview um mal zu hören wie es dem Mann bisher so erging!

A+M: Wie geht’s Dir Gerry?
G: I fühl mi absolut großartig, weil i zum 1. Mal auf dem geilsten und größten Fest der Welt spiele. Besser geht‘s einfach nicht. Es ist so toll, dass alle so guat drauf sind und wir den Leuten für ein paar Stunden a tolle Zeit schenken dürfen. Außerdem hat das Hippodrom einfach a ganz spezielles Flair.
Was i scho a bisserl schad find is, dass um halb elf Sperrstund is – denn da bin i dann erst so richtig aufgetaut. Im Moment geht’s mir no richtig guat und i hoff natürlich, dass i gesund bleib und die Stimme durchhält.

A+M: Wie sieht denn so Dein Tag außerhalb der Wiesn aus?
G:  Morgens muss i erst mal bis halb zehn schlafen, dann ist es ganz wichtig das ich einen ordentlichen Kaffee trinke und a Runde laufen gehe. Anschließend habe ich dann Kinderstunde mit meinem kleinen Mauserl (Anm. d. Red.: Mariella, Gerry’s 6 Monate alte Tochter). Dann steht noch Schlafen, Duschen, Anziehen auf dem Programm und schon geht’s wieder los.

A+M: Was ist denn Dein persönliches highlight auf der Wiesn?
G: Auf was i mi am meisten freu den ganzen Tag is die sensationelle Brotzeitplatte, die um  halb sieben immer auf unserer Bühne steht – denn die is der Hammer! Und natürlich wenn wir zum Schluss das „Bergwerk“ vom Fendrich spiele, da ist Gänsehaut pur angesagt. Achja, eins hab i no ganz vergessen, das Größte auf der ganzen Wiesn is natürlich das tägliche Wiesntagebuch, das is so toll, witzig, schön geschrieben (seufz),voller Ideen, historisch wertvoll, einzigartig, ja (schnüff) es ist einfach…

Leider mussten wir an dieser Stelle das Interview abbrechen, da Gerry aus lauter Freude zu Weinen begonnen hatte…aber Künstler sind nun mal emotionale Menschen und so schließen wir das heutige Kapitel und freuen uns auf einen weiteren gemeinsamen Abend auf der Wiesn mit unserem Gerry („Tschärri“).

 
6. Tag - 22.09.2011 Aus dem Wiesnalltag unseres Waschbretts…
 

Der aufmerksame Wiesnzuschauer im Hippodrom weiß es längst: eines der wichtigsten Utensilien auf unserer Bühne ist zweifelsohne das Waschbrett! 

Es steht nicht zuletzt bei Gassenhauern wie „Icecream“, „Sentimental Journey“ oder „Sweet Georgia Brown“ voll im Mittelpunkt und ist bei der MZ absolut nicht mehr wegzudenken!

Wer aber glaubt, dass Waschbrett wäre nur auf der Bühne im Einsatz, täuscht sich mal wieder! Daher wollen wir Euch heute mal den üblichen Tagesablauf unseres lieben Waschbretts schildern. Zuerst aber noch ein kleiner geschichtlicher Exkurs:
Das Waschbrett (auch Wäscheruffel) ist ein Hilfsmittel zum Waschen von Kleidungsstücken bei der Handwäsche. Besonders vor der Erfindung der Waschmaschine war es sehr verbreitet und es wird noch immer in Regionen benutzt, in denen die Waschmaschine nicht weit verbreitet ist, wie zum Beispiel in Indien, Afrika oder Niederbayern.
In der Musik wird das Waschbrett als Rhythmusinstrument eingesetzt. Dabei hängt sich der Spieler das Brett vor die Brust und schlägt bzw. reibt mit Sticks, Jazz-Besen oder mit der Hand. Beim Spielen mit der Hand werden oft Fingerhüte über die einzelnen Finger gezogen.

Bei der MZ findet das Waschbrett während der Wiesn mehrfache Verwendung: Zum Einen dient es unserem Flo als Hilfsmittel zur täglichen Wäsche der gesamten MZ-Kleidung, die wir ihm immer vor seine Hotelzimmertüre werfen. Abends wird das Waschbrett dann zum eigentlichen Star auf unserer Bühne und brilliert bei oben genannten Songs. Danach hat sich das Waschbrett erst mal eine Pause verdient und darf sich neben besoffenen Wiesn-Touristen auf der Wiese hinter dem Hippodrom ein Nickerchen gönnen. Tja und am nächsten Morgen dient es schließlich Anderl als Frühstücks-Tisch de Luxe und erntet ziemlich neidische Blicke der anderen Hotelgäste.
Es ist schon saucool unser Waschbrett – der neue Star der MZ!

 

5. Tag - 21.09.2011 Unser Flo – Tonmann und DER Mädchen für Alles!
 

Wer meint, unser Techniker Flo (neuerdings auch „Floe“ genannt) würde auf der Wiesn lediglich die Regler am Mischpult hoch und runter schieben, der irrt gewaltig!

Besuchern unseres hochexklusiven Wiesntagebuchs wollen wir daher nun einen einzigartigen Einblick gewähren in den Tagesablauf dieses jungen Mannes mit dem kurzen Namen.

 

Während wir alle entspannt beim Frühstück sitzen heißt es ab sieben Uhr morgens für unseren Flo „Bügeln, Bügeln, Bügeln“. Die gesamte Kleidung der Zwietracht muss bis zum Nachmittag komplett faltenfrei gebügelt sein und mit der Duftnote „Atlantic Ocean De Luxe“ versehen sein, sonst weigert sich die Band, die Bühne zu betreten.
Am frühen Nachmittag steht dann für Flo auf dem Programm: „Putzen, Polieren und Wichsen“. Die Schuhe aller MZ-ler müssen einwandfrei tip top auf Hochglanz gebracht werden, so gut, dass man den Schuh notfalls auch als Spiegel verwenden könnte (unser Heinzi kämmt sich z.B. meistens die Haare während er sich einen Schuh vor’s Gesicht hält)!

Wer meint, Flo hätte abends im Zelt kreative Freiheit bei der Klanggestaltung, der täuscht sich! Jeden Abend gibt es eine intensive Einweisung durch Mark. Mit seinem Drumstick zeigt er jede Reglerposition an – Abweichungen werden nicht geduldet, denn bei uns herrscht eiserne Disziplin und höchster Qualitätsanspruch, jawohl!

Da es auf der Bühne keine Stühle oder Sofas gibt, wird Flo auch als Sitzgelegenheit verwendet. Das gefällt ihm nicht und er schaut dann immer ein bisserl grimmig daher, aber in diesem harten Musikbusiness kann man sich eben nicht immer nur Freunde machen.

 

Trotzdem haben wir ihn natürlich furchtbar lieb, unseren Flo, krempeln jetzt Flo zu Ehren unsere Kragen hoch und genehmigen uns eine frische, monster-leckere Maß!

4. Tag - 20.09.2011 Der Abend der eisernen Fäuste!
 

Gestern mal wieder Besuch auf unserer Bühne von unseren Kumpels aus dem Boxring. Nikolaj Valuev, das Alien des Boxsports, und früherer Schwergewichts-Weltmeister gab sich die Ehre und brachte noch seine Kumpanen Caecilia Braekhus (Weltmeisterin Weltergewicht), Marco Huck (Weltmeister Cruisergewicht) sowie Dominik Britsch (Interconti Champion Mittelgewicht) mit.

 

Wir wollten erst zu Ehren Nikolaj Valuev „Du hast die Haare schön“ spielen, entschieden uns dann aber doch noch kurzfristig für den Zillertaler Hochzeitsmarsch. Die Dirigentenstäbe unserer Boxfreunde wirbelten wild durch die Luft und das Zelt tobte wie blöd.

Unbestätigten Gerüchten zu Folge soll Nikolaj anschließend noch aus Versehen einen Schlagzeug-stock verschlungen haben, er hielt ihn fälschlicherweise für eine Salzstange…

3. Tag - 19.09.2011 Der, die, das Maß – die Bayerische Einheit des Bieres

Es beginnt schon bei der korrekten Bezeichnung des Gefäßes…der der bayerischen Sprache nicht mächtige Wiesnbesucher bestellt gerne mal „einen Maß Bier bitte“ und spricht dabei das „s“ so lange aus als wären es gleich sieben Buchstaben davon in Folge.

Hier tut Aufklärung dringend Not finden wir und wollen Euch heute deshalb eine kleine Maß-Lektion erteilen!
„Bier soll man in Maßen genießen“ heißt es so schön und damit wären wir auch gleich bei der richtigen Mehrzahl des Gefäßes: eine Maß, zwei Maß, drei Maß usw.! Für den Hannoveraner oder Castrop-Rauxler sicherlich ungewohnt, aber so heißt nun mal das Getränk, dessen korrekte Füllmenge eigentlich 1,069 Liter wäre (die sogenannte „Maßkanne“ war eine im 19. Jh. europaweit anerkannte Messeinheit).

Eine Maß Bier trinkt man entweder im Glas oder in einem Tonkrug mit Zinndeckel, damit das Bier länger kühl und frisch bleibt. Auf der Wiesn kommt aber heutzutage die Glasvariante zum Einsatz.
Achja eins noch: 1950 lag die Maß Bier noch bei 1,70 DM…heuer werden satte €9,20 fällig…trotzdem musste umgerechnet ein Arbeiter im Durchschnitt damals etwa 82min arbeiten, heute nur noch etwa 44min. Also ein Riesen-Fortschritt, die Maß gibt’s also heutzutage fast geschenkt – da sagen wir Prost und genehmigen uns gleich noch eine frische Maß!

2. Tag – 18.09.2011 Große Feuerwehrübung – Anderl und Mark absolvieren hartes Sicherheitstraining!

Ja da staunt ihr mal wieder! Sicherheit geht bekanntlich vor auf der Wiesn - und so ließen wir uns nicht lumpen und absolvierten gestern eine Feuerwehrübung direkt neben der Theresienwiese.
Geübt wurde: Brennende Autos löschen!
Als erstes Übungsfahrzeug kam ein Honda CIVIC zum Einsatz, der direkt neben der Theresienwiese stand. Nun ja, Honda deswegen, weil ja noch eine offene Rechnung zu begleichen war mit den Japanern seit der schlimmen Niederlage unserer WM-Frauen.
Die vorbeilaufenden Passanten waren total begeistert von dem Spektakel und applaudierten uns beiden tapferen Feuerwehr-Novizen, es gab standing-ovations, Blumensträuße wurden überreicht usw... Ein Ehepaar aus Bad Salzuflen war sogar derart angetan, dass Sie uns spontan ihren roten VW Bus für eine zweite Übung lieh.
Dafür gibt’s heute auch eine Einladung für eine Maß Bier und eine kleine Breze im Hippodrom! Na wenn das mal nichts ist!!! J

Juhuuuuu, hier sind wir wieder, Eure Wiesnreporter Anderl und Mark! 17 Tage lang berichten wir Euch von unseren unfassbaren Erlebnissen und dem absolut Wichtigsten was es von der Wiesn zu wissen gibt.

Anderl's und Mark's Wiesntagebuch - das Original!

1. Tag - 17.09.2011 Der Anstich

Punkt 12Uhr war mal wieder Start der großen Sause! Unser Wirt Sepp Krätz betrat das wunderbare Hippodrom-Zelt und 4000 begeisterte, wiesnhungrige Gäste erhoben sich, um zum "Bayerischen Defiliermarsch" der Münchner Zwietracht den Festwirt ins Zelt einmarschieren zu lassen.

Bei bestem Wiesnwetter (München, Sonne, 24 Grad, die Frisur hält) hiess es also wieder "O'zapft is!" in allen Zelten und wir freuen uns sackrisch über 17 Tage Wiesnparty vom Allerfeinsten! 
So, jetzt trinken wir aber erst mal unsere erste leckere Spaten-Wiesnmaß und spülen damit unser erstes knuspriges Wiesn-Hendl runter, lecker lecker lecker!